Der Block ist entscheidend, um den gegnerischen Angriff direkt zu neutralisieren und den Ball idealerweise auf der gegnerischen Spielfeldhälfte zu halten oder unmittelbar den Punkt zu erzielen. Darüber hinaus kann der Block dazu beitragen, den gegnerischen Angriff zu entschärfen und dadurch einen kontrollierten Spielaufbau auf der eigenen Seite zu ermöglichen. Ziel ist es, möglichst viel Raum im eigenen Feld abzudecken und gleichzeitig maximalen Druck auf den Gegner auszuüben, sodass dieser nur noch begrenzte Möglichkeiten hat, den Ball mit dem Angriff direkt im Feld unterzubringen.
Der Block kann als Einzel-, Doppel- oder Dreierblock ausgeführt werden. In den frühen Ausbildungsstufen steht zunächst der individuelle Block jedes einzelnen Spielers im Vordergrund – hier erfolgt die wichtige technische und individualtaktische Ausbildung des Blockspielers oder der Blockspielerin. Erst in späteren Entwicklungsphasen gewinnen Gruppen- und Mannschaftstaktik an Bedeutung und werden gezielt in das Training integriert.
Ein erfolgreicher Block entsteht aus dem Zusammenspiel von Wahrnehmung, Stabilität und Konsequenz. Drei Prinzipien bestimmen dabei das Handeln der weltbesten Blockspielerinnen und -spieler: Antizipation, stabiles Brett und Disziplin. Sie sind die entscheidenden Faktoren, um Timing/Positionierung, Körperkontrolle und Durchsetzungsfähigkeit am Netz auf höchstem Niveau zu etablieren.
Antizipation
Antizipation beschreibt das Vorhersagen einer zukünftigen Handlung, bevor diese tatsächlich ausgeführt wird. Orientierungspunkte können dabei sowohl vorausgegangene Spielsituationen in Annahme/Abwehr und Zuspiel sowie die jeweiligen Ballflugkurven sein, durch die bestimmte Angriffsoptionen bereits ausgeschlossen werden. Ebenso können Bewegungsmuster des gegnerischen Angreifers oder der Angreiferin frühzeitig Hinweise auf Angriffsort, Angriffstiming und Angriffstechnik liefern. Je höher das Spielniveau, desto später lassen sich diese Bewegungsmuster häufig erkennen. Spielerinnen und Spieler auf Weltklasseniveau im Volleyball und Beach-Volleyball schaffen es, durch eine neutrale Annäherung zum Ball oder durch eine der jeweiligen Position und Situation passenden Annäherung sich mehrere Angriffsoptionen offen zu halten. Der entscheidende Trainingshinweis lautet daher:
Cue: „Read the spiker! (Wo, Wann, Wie)“
Stabiles Brett
Dominante Blockspielerinnen und -spieler zeichnen sich dadurch aus, dass ihr Blockbrett frühzeitig in Position ist – das bedeutet, dass die Bewegung vor dem Angriffskontakt abgeschlossen ist. Nur so kann über den gesamten Rumpf hinweg eine stabile und maximal gestreckte Blockposition gehalten werden. Ein stabiles Blockbrett reduziert die Angriffsoptionen des Gegners deutlich, nimmt bestimmte Richtungen vollständig weg und zwingt den Angreifer oder die Angreiferin zu suboptimalen Angriffslösungen. Hierdurch entsteht Stress, der zu Zeitverlust führt und einen Abschluss aus optimaler Position häufig verhindert.
Cue: „Bring dein Blockbrett früh in Position.“
Disziplin
Aufbauend auf dieser stabilen Blockposition ist Disziplin entscheidend, um konstant Druck auf den gegnerischen Angriff auszuüben. Das Blockbrett sollte ruhig und stabil gehalten und über einen möglichst langen Zeitraum auf der gegnerischen Seite belassen werden – so lange, bis es eingeleitet durch die Landung wieder unter die Netzkante zurückgeführt wird. Wichtig ist dabei, möglichst weit über das Netz zu greifen und auch beim Rückführen der Arme die Streckung zur gegnerischen Seite so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.
Cue: „Halte dein Blockbrett ruhig und lange.“
Hier erscheint zeitnah ein Video zum Block von Grzegorz Rys (Bundestrainer Volleyball Nachwuchs männlich)