Der Anlaufrhythmus ist entscheidend, um sich selbst ein eine optimale und dynamisch- athletische Ausgangslage zu bringen. Entweder, um einen harten Angriff oder auch einen Sprungaufschlag danach optimal ausführen zu können. Was zählt, sind die Höhe, in die man maximal springt, die Stabilität, um den Ball danach präzise zu treffen und natürlich das räumliche und zeitliche Timing, damit der Ball am Ende zum optimalen Zeitpunkt direkt vor und über der Schlagschulter getroffen werden kann.
Der Anlauf muss immer eine rhythmische flüssige Bewegung beschreiben, welche dynamisch abläuft und zum Ende hin maximal explosiv wird. Nur dann kann man die Kraft in den Sprung nach oben optimal übertragen und in Höhe umsetzen. Und danach auch die richtige Beschleunigung auf den Ball bringen.
FLÜSSIG
Die Bewegung startet flüssig aus einer Vorbewegung (Annahme, Abwehr oder Anwurf beim Aufschlag) heraus und orientiert sich an die Flugkurve des Balls an. Also entweder des Zuspiels oder aber an den eigenen Anwurf. Die Bewegung sieht für den Betrachter immer flüssig aus und hat keine Stopp- oder abgehakten Bewegungen im Ablauf.
Gerade im Angriff gilt es, die Distanz zwischen dem Annahme- oder Abwehr ort und dem späteren Absprung mit wenigen und zielgerichteten Schritten zu bewältigen. Weniger ist dabei oft mehr! Ruhige und ausreichend große Schritte erlauben eine flüssige Bewegung.
Auch hier gilt übrigens – wie bei fast allen Volleyballtechniken: je gleichmäßiger und ruhiger der Kopf während dieser Schritte gehalten werden kann, desto leichter und damit auch besser ist die Wahrnehmung. Wenn die Augen sich ruhig im Raum bewegen, fällt die Beobachtung und Wahrnehmung eben deutlich leichter.
Cue: „Der Übergang aus der Handlung zuvor“
BESCHLEUNIGEND
Der Anlauf wird über die vier Schritte immer schneller und beschleunigt zum Ende hin maximal. Der erste Schritt dient zum Start der Bewegung und wird schon zum zweiten Schritt, dem Orientierungsschritt schneller. Der Orientierungsschritt dient zur Anpassung des Tempos auf den Ball und kann über den ganzen Fuß, von der Verse bis zum Abdrücken über den Fußballen gesteuert werden. Das Ende mit dem Stemmschritt, den letzten beiden Schritten, ist maximal schnell und explosiv.
Tipp: Sollte ein Spieler merken, dass er zu schnell unterwegs ist: der letzte sinnvolle Moment, um noch einmal etwas Tempo aus dem Anlauf zu nehmen, ist der Orientierungsschritt. Wer danach „bremst“, nimmt sich selbst die Energie und wird auch im Sprung merken, dass er weniger Stabilität aufbauen kann für den Angriffsschlag.
Cue: „Bis zum Absprung!“
EXPLOSIV
Das Ende des Anlaufs mit dem eigentlichen Stemmschritt, also den letzten beiden Schritten, ist immer maximal explosiv und schnell zum Ball. Hier überträgt sich die gesamte Energie in den Sprung. Im Normalfall geht es dabei darum, dass stets ein maximaler Sprung daraus erwächst, denn die maximale Handlungshöhe erleichtert die Aufgabe enorm, den Ball erfolgreich anzugreifen. Die Wahrnehmung von Block und Abwehrspielern wird einfacher und die möglichen Schlagwinkel vergrößern sich mit jedem Zentimeter.
Cue: „Der Absprung“
Hier erscheint zeitnah ein Video zum Anlauf-Rhythmus von Dominic von Känel (Bundestrainer Nachwuchs männlich)