Wenn es schon nicht gelingt, den gegnerischen Block durch viele Angriffsoptionen unter Druck zu setzen, die mit sehr hohem Zuspieltempo eingesetzt werden können, bleibt nur noch das Hauptziel jeden Zuspiels: es muss so gespielt werden, dass der Angreifer eine optimale Chance bekommt, den Angriff erfolgreich abzuschließen. Der Ball muss also genau an dem Ort geschlagen werden können, wo es für den Angreifer am besten ist. Da zählt letztlich jeder Zentimeter. Wobei dieser Ort in unterschiedlichen Ligen und Spielsystemen durchaus unterschiedlich sein kann. Auf internationalem Top-Niveau wird der Ball derzeit meist so zugespielt, dass er bis zu einem Meter innerhalb der Antenne herunterkommt und einen Abstand von 50 cm zum Netz hat.
„No go´s“
Bälle, die außerhalb der Antenne angegriffen werden müssen und auch Bälle, die zu weit weg vom Netz angegriffen werden müssen.
Denn sonst steigen die Chancen für Block und Abwehr gleich deutlich! Und da die Blockspieler in diesen Situationen sowieso nicht unter Zeitdruck stehen, sollte vor allem der eigene Angreifer auf keinen Fall zeitlich unter Stress gesetzt werden. Im Zweifelsfall gilt in diesen Situationen also: lieber etwas höher, als zu flach und schnell!
Das Highball-Set im oberen Zuspiel bzw. Pritschen sollte eine sehr hohe Flugkurve besitzen und dabei präzise ins Ziel fliegen, um der Angreiferin optimale Voraussetzungen für die Angriffshandlung zu verschaffen.
Hoooch:
Die Flugkurve des Balles ist entscheidend für die Anzahl der Handlungsoptionen der Angreiferin. Eine sehr hohe, parabelförmige Flugkurve gewährleistet, dass die Angreiferin ausreichend Zeit für ihre Anlauf- und Schlagbewegung sowie zur Beobachtung der gegnerischen Blockerinnen und Abwehrspielerinnen hat. Ebenso wird durch die sehr hohe Flugkurve ein stets ähnlicher Eintreffwinkel des Balles forciert - unabhängig von der Zuspieldistanz - wodurch die Angreiferin ihr Timing und den Bewegungsablauf stetig gleich halten kann.
Cue: „Gib dem Angriff Zeit!“
Präzise:
Das Highball-Set sollte maximal präzise erfolgen, dabei gilt es immer so genau wie möglich zu spielen. Die aktuelle Spielsituation im Moment des Highball-Sets wird einbezogen, sodass Risikomanagement sowie das Abwägen von Erfolgschancen stattfinden. Hier gilt: Einfach und präzise vor komplex und ungenau. Auf höchstem Niveau gelingt es den Spielern, auch unter hohem zeitlichen Stress (also nach einem Laufweg oder gar im Fallen) immer noch, diese Präzision zu zeigen.
Cue: „Immer so genau wie möglich!“
Ins Ziel:
Um die optimale Voraussetzung für deine Angreiferin zu schaffen, fliegt das Highball-Set stets ins Ziel. Das Ziel definiert dabei einen Bereich, der zuvor erarbeitet, angepasst und mit dem Team klar kommuniziert wurde. Ganz wichtig: den Anspruch stets hochhalten! Im DVV findet der folgende Zielbereich im Nachwuchs Anwendung, da sich dieser als für den Angriff - im Sinne der Anzahl der Handlungsoptionen und des Angriffserfolgs - am effektivsten darstellt.
Cue: „Optimale Voraussetzung für den Angriff!“
Hier erscheint zeitnah ein Video zum HIghball-Set von Justin Wolff (Bundestrainer Beach-Volleyball Nachwuchs weiblich)