Mit der Starting6 gehts richtig los

5 technische Elemente sowie die athletische Grundausbildung bilden das Fundament für jegliche weitere Ausbildung in den beiden Disziplinen und auf allen Positionen. Selbstverständlich haben sich Spieler*innen jetzt bereits in unterschiedlicher Ausprägung spezialisiert. Sei es für eine der beiden Disziplinen oder auch innerhalb einer Disziplin für eine Position.

Ungeachtet davon ist es aber fundamental wichtig, dass diese 5 Elemente funktionell stabil verfügbar sind und variabel in altersgerechten Spielsituationen funktionieren!
Diese wenigen, aber dafür umso relevanteren Leitplanken müssen in jeder einzelnen Handlung bewegungsführend sein und sollten nie "verloren" gehen.
Wenige Cues sollen helfen, die Bewegungen gut zu spüren.

Sobald diese beherrscht werden, kann der Fokus schnell auf die Ausprägung spezifischer Positionen (siehe "Spätes Jugendalter") gelegt werden.
Am vorherigen Schritt, nämlich die "Starting Six" in höchster Qualität zu beherrschen, sollte jedoch kein(e) Athlet*in in diesem Alter vorbeigehen!

 

Präzise in der Anwendung - auch unter schwierigen Bedingungen

Alle 5 Elemente können und sollen sowohl im Volleyball, als auch im Beach-Volleyball angewendet werden. Und zwar nicht nur in einfachen Situationen, sondern gerade auch unter verschiedensten Drucksituationen.
In jeder Situation werden diese wenigen Cues präzise umgesetzt und führen die Handlung! Als Ergebnis sollte auch die Spielhandlung präzise der eigenen Intention entsprechen.

Nicht zu vergessen die Athletik, die durch die lange und erfolgreiche Karriere führen wird.

Anlaufrhythmus

Die Intention - darum geht es!
Der Anlaufrhythmus ist entscheidend, um sich selbst ein eine optimale und dynamisch- athletische Ausgangslage zu bringen. Entweder, um einen harten Angriff oder auch einen Sprungaufschlag danach optimal ausführen zu können. Was zählt, sind die Höhe, in die man maximal springt, die Stabilität, um den Ball danach präzise zu treffen und natürlich das räumliche und zeitliche Timing, damit der Ball am Ende zum optimalen Zeitpunkt direkt vor und über der Schlagschulter getroffen werden kann.

Der Anlauf muss immer eine rhythmische flüssige Bewegung beschreiben, welche dynamisch abläuft und zum Ende hin maximal explosiv wird. Nur dann kann man die Kraft in den Sprung nach oben optimal übertragen und in Höhe umsetzen. Und danach auch die richtige Beschleunigung auf den Ball bringen.

FLÜSSIG

Die Bewegung startet flüssig aus einer Vorbewegung (Annahme, Abwehr oder Anwurf beim Aufschlag) heraus und orientiert sich an die Flugkurve des Balls an. Also entweder des Zuspiels oder aber an den eigenen Anwurf. Die Bewegung sieht für den Betrachter immer flüssig aus und hat keine Stopp- oder abgehakten Bewegungen im Ablauf.
Gerade im Angriff gilt es, die Distanz zwischen dem Annahme- oder Abwehr ort und dem späteren Absprung mit wenigen und zielgerichteten Schritten zu bewältigen. Weniger ist dabei oft mehr! Ruhige und ausreichend große Schritte erlauben eine flüssige Bewegung.
Auch hier gilt übrigens – wie bei fast allen Volleyballtechniken: je gleichmäßiger und ruhiger der Kopf während dieser Schritte gehalten werden kann, desto leichter und damit auch besser ist die Wahrnehmung. Wenn die Augen sich ruhig im Raum bewegen, fällt die Beobachtung und Wahrnehmung eben deutlich leichter.

Cue: „Der Übergang aus der Handlung zuvor“

BESCHLEUNIGEND

Der Anlauf wird über die vier Schritte immer schneller und beschleunigt zum Ende hin maximal. Der erste Schritt dient zum Start der Bewegung und wird schon zum zweiten Schritt, dem Orientierungsschritt schneller. Der Orientierungsschritt dient zur Anpassung des Tempos auf den Ball und kann über den ganzen Fuß, von der Verse bis zum Abdrücken über den Fußballen gesteuert werden. Das Ende mit dem Stemmschritt, den letzten beiden Schritten, ist maximal schnell und explosiv.
Tipp: Sollte ein Spieler merken, dass er zu schnell unterwegs ist: der letzte sinnvolle Moment, um noch einmal etwas Tempo aus dem Anlauf zu nehmen, ist der Orientierungsschritt. Wer danach „bremst“, nimmt sich selbst die Energie und wird auch im Sprung merken, dass er weniger Stabilität aufbauen kann für den Angriffsschlag.

Cue: „Bis zum Absprung!“

EXPLOSIV

Das Ende des Anlaufs mit dem eigentlichen Stemmschritt, also den letzten beiden Schritten, ist immer maximal explosiv und schnell zum Ball. Hier überträgt sich die gesamte Energie in den Sprung. Im Normalfall geht es dabei darum, dass stets ein maximaler Sprung daraus erwächst, denn die maximale Handlungshöhe erleichtert die Aufgabe enorm, den Ball erfolgreich anzugreifen. Die Wahrnehmung von Block und Abwehrspielern wird einfacher und die möglichen Schlagwinkel vergrößern sich mit jedem Zentimeter.

Cue: „Der Absprung“

Schlagbewegung

Die Intention - worum es geht!

Nur wer eine flüssige, schnelle und zielgerichtete Schlagbewegung beherrscht, ist in der Lage, den Ball zuverlässig dorthin zu schlagen, wo er ihn haben will. Erst diese Sicherheit eröffnet zusätzliche taktische Optionen, mit denen der Gegner weiter unter Druck gesetzt werden kann.
Lobs, Power-Tipps oder bewusste Blockanschläge haben das Angriffsspiel, insbesondere auf den Außenpositionen, in den vergangenen Jahren deutlich bereichert. Im Beach-Volleyball prägten Shots und technische Variationen lange Zeit das Spiel. Fehlt jedoch die permanente Bedrohung durch einen extrem harten und präzisen Schlag, passen sich Block- und Feldabwehr schnell an. Die Erfolgsquoten dieser Varianten sinken. Erst wenn der Gegner jederzeit mit maximaler Schlaghärte rechnen muss, gewinnen die nicht-harten Varianten ihre volle Effektivität zurück. Dasselbe gilt für den Sprungaufschlag mit Spin.

Typische Probleme beim Erlernen der Schlagbewegung

Trotz ihrer Bedeutung oder gerade deshalb gehört die Schlagbewegung zu den technisch anspruchsvollsten Elementen im Volleyball. Häufige Probleme zeigen sich bereits in der Grundausbildung:

  • Unrhythmische, abgehackte Bewegungen, die den Kraftfluss unterbrechen
  • Zu hohe Schulterspannung, die die Armgeschwindigkeit begrenzt
  • Unpräziser Treffpunkt (unzureichende Position im BV), der zu Kontrollverlust und inkonstanten Schlägen führt
  • Fehlende Zielorientierung, bei der der Schlag eher „irgendwohin“ als bewusst ins Feld ausgeführt wird

Diese Defizite führen nicht nur zu geringerer Schlaghärte und limitierten Optionen, sondern erhöhen auch das Verletzungsrisiko für Schulterapparat. Umso wichtiger sind eine klare technische Struktur und verständliche Bewegungsbilder.

FLÜSSIG

Eine effektive Schlagbewegung ist keine Aneinanderreihung einzelner Teilbewegungen, sondern ein durchgängiger Bewegungsfluss. Von der Ausholbewegung über den Treffpunkt bis zum Ausschwung muss die Schlaghand kontinuierlich beschleunigt werden. Häufige Fehler entstehen, wenn Spieler versuchen, den Ball „im Treffpunkt zu stoppen“ oder bewusst Kraft aufzusetzen. Ziel ist es stattdessen, den Arm locker und kontrolliert durch den Ball hindurchzuführen. Der Ball liegt dabei sprichwörtlich nur einen kurzen Moment auf der Hand. Die Bewegung endet nicht am Ball, sondern dahinter.

Cue: „Schwinge die Schlaghand durch den Treffpunkt“

DYNAMISCH

Maximale Schlaghärte entsteht nicht durch Muskelanspannung, sondern durch Geschwindigkeit. Eine verkrampfte Schulter blockiert den natürlichen Bewegungsablauf und verhindert eine optimale Beschleunigung des Arms. Entscheidend ist ein bewusstes Wechselspiel aus Spannung und Entspannung: Stabilität im Rumpf, Lockerheit in Schulter, Arm und Handgelenk. Spieler, die lernen, diese Dynamik zuzulassen, erreichen höhere Schlaggeschwindigkeiten bei gleichzeitig geringerer Belastung des Bewegungsapparats.

Cue: „Eine lockere Schulter hilft dir, den Arm zu beschleunigen!“

INS ZIEL

Technik ist nur dann effektiv, wenn sie kontrolliert eingesetzt werden kann. Eine gute Schlagbewegung zeichnet sich nicht allein durch Geschwindigkeit aus, sondern durch Zielgenauigkeit. Der Treffpunkt, die Handstellung und der Ausschwung bestimmen die Flugrichtung des Balls. Wer bewusst ins Ziel schlägt, behält auch unter Druck die Kontrolle über sein Angriffsspiel. Erst diese Präzision macht taktische Varianten, Richtungswechsel und das gezielte Spiel gegen Block und Feldabwehr möglich.

Cue: „Der Ball fliegt dorthin, wohin DU willst!“

 

Highball-Set

Intention - worum es geht!

Wenn es schon nicht gelingt, den gegnerischen Block durch viele Angriffsoptionen unter Druck zu setzen, die mit sehr hohem Zuspieltempo eingesetzt werden können, bleibt nur noch das Hauptziel jeden Zuspiels: es muss so gespielt werden, dass der Angreifer eine optimale Chance bekommt, den Angriff erfolgreich abzuschließen. Der Ball muss also genau an dem Ort geschlagen werden können, wo es für den Angreifer am besten ist. Da zählt letztlich jeder Zentimeter. Wobei dieser Ort in unterschiedlichen Ligen und Spielsystemen durchaus unterschiedlich sein kann. Auf internationalem Top-Niveau wird der Ball derzeit meist so zugespielt, dass er bis zu einem Meter innerhalb der Antenne herunterkommt und einen Abstand von 50 cm zum Netz hat.

„No go´s“
Bälle, die außerhalb der Antenne angegriffen werden müssen und auch Bälle, die zu weit weg vom Netz angegriffen werden müssen.
Denn sonst steigen die Chancen für Block und Abwehr gleich deutlich! Und da die Blockspieler in diesen Situationen sowieso nicht unter Zeitdruck stehen, sollte vor allem der eigene Angreifer auf keinen Fall zeitlich unter Stress gesetzt werden. Im Zweifelsfall gilt in diesen Situationen also: lieber etwas höher, als zu flach und schnell!

Das Highball-Set im oberen Zuspiel bzw. Pritschen sollte eine sehr hohe Flugkurve besitzen und dabei präzise ins Ziel fliegen, um der Angreiferin optimale Voraussetzungen für die Angriffshandlung zu verschaffen.

HOOOCH! 

Die Flugkurve des Balles ist entscheidend für die Anzahl der Handlungsoptionen der Angreiferin. Eine sehr hohe, parabelförmige Flugkurve gewährleistet, dass die Angreiferin ausreichend Zeit für ihre Anlauf- und Schlagbewegung sowie zur Beobachtung der gegnerischen Blockerinnen und Abwehrspielerinnen hat. Ebenso wird durch die sehr hohe Flugkurve ein stets ähnlicher Eintreffwinkel des Balles forciert - unabhängig von der Zuspieldistanz - wodurch die Angreiferin ihr Timing und den Bewegungsablauf stetig gleich halten kann.

Cue: „Gib dem Angriff Zeit!“

PRÄZISE!

Das Highball-Set sollte maximal präzise erfolgen, dabei gilt es immer so genau wie möglich zu spielen. Die aktuelle Spielsituation im Moment des Highball-Sets wird einbezogen, sodass Risikomanagement sowie das Abwägen von Erfolgschancen stattfinden. Hier gilt: Einfach und präzise vor komplex und ungenau. Auf höchstem Niveau gelingt es den Spielern, auch unter hohem zeitlichen Stress (also nach einem Laufweg oder gar im Fallen) immer noch, diese Präzision zu zeigen.

Cue: „Immer so genau wie möglich!“

INS ZIEL!

Um die optimale Voraussetzung für deine Angreiferin zu schaffen, fliegt das Highball-Set stets ins Ziel. Das Ziel definiert dabei einen Bereich, der zuvor erarbeitet, angepasst und mit dem Team klar kommuniziert wurde. Ganz wichtig: den Anspruch stets hochhalten! Im DVV findet der folgende Zielbereich im Nachwuchs Anwendung, da sich dieser als für den Angriff - im Sinne der Anzahl der Handlungsoptionen und des Angriffserfolgs - am effektivsten darstellt.

Cue: „Optimale Voraussetzung für den Angriff!“

Bagger

Intention - worum es geht!

Der erste Kontakt im (Beach-) Volleyball wird zumeist im Bagger ausgeführt. Um eine möglichst gute Ausgangssituation für einen effektiven Angriff zu kreieren ist der Präzisionsanspruch, vor allem in der Annahme, maximal. Es geht also im ersten Schritt darum, unter (später sogar größtem) Zeitdruck ein an die spezifische Situation angepasstes, sehr präzises Ziel für den Ball zu definieren. Wie präzise der Ball gespielt werden kann, variiert in Abhängigkeit des Spielniveaus. Ein maximaler Anspruch (also ein ganz klar definiertes Ziel) hilft jedoch allen SpielerInnen, unabhängig vom Niveau, den Ball möglichst nah an ihr Ziel zu spielen. Der Grundverständnis, dass die Technik dabei als reines Hilfsmittel zur Zielerreichung fungiert, hat sich als sehr hilfreich erwiesen.

Typische Probleme beim Erlernen der Baggerbewegung

Trotz ihrer hohen Relevanz oder gerade deshalb gehören Annahme- und Abwehr, und damit oft die Baggerbewegung zu den wichtigsten und technisch anspruchsvollsten Elementen im (Beach-) Volleyball. Häufige Probleme zeigen sich bereits in der Grundausbildung:

  • Unpräziser Treffpunkt (unzureichende Positionierung Körper/Ball in der Annahme)
  • Spielen des Balles auf Höhe / hinter der Körperachse (kein „Einstechen“ / „aktives Suchen“ seitlich vor der Körperachse). Das führt nämlich dann zu Kontrollverlust
  • Schlagende oder abgehackte Bewegungen der Spielfläche, die den Ballkontakt hart und nur schwer kontrollierbar machen
  • Unzureichende Stabilität im Rumpf, die das präzise Steuern des Balles auf der Spielfläche erschwert
  • Kein „unabhängiges Einstechen“ der Arme zum Spielort (weil die Arme bereits vor dem Erreichen des späteren Treffpunktes geschlossen werden)
  • Fehlende Einstellung der Spielfläche und des Winkels (Winkel stimmt nicht mit imaginärem Ziel überein).
  • Impulssteuerung aus dem ganzen Körper

Diese Defizite führen zu einer geringeren Präzision und können in der weiterführenden Technikausbildung zu leitungslimitierenden Faktoren werden. Umso wichtiger ist, das grundlegende Technikleitbild für den Nachwuchs verständlich und altersgerecht aufzubereiten.

In den Spielsituationen, in denen der Bagger im ersten Ballkontakt zum Einsatz kommt, befindet sich die gegnerische Mannschaft in der Offensive (Aufschlag oder Angriff). Das übergeordnete Ziel der Defensivtechnik ist, Kontrolle über den Ball zu erlangen!

KONTROLLE!

(Offene) Spielsituationen im (Beach-) Volleyball sind immer unterschiedlich und stellen extrem hohe Ansprüche an die kognitiven Fähigkeiten von AthletInnen. Diese müssen in jeder Spielhandlung situationsspezifisch und in Abhängigkeit der eigenen Fähigkeiten neu entscheiden, welches individualtaktische Ziel sie mit einer Annahme- oder Abwehrhandlung verfolgen. Außerdem müssen sie unter teils größtem Zeitdruck entscheiden, wo genau sie den Ball hinspielen wollen, um die Situation ihres Teams mit dem ersten Kontakt zu verbessern. So kann das individuelle Ziel einer Abwehraktion unter hohem Zeitdruck lauten, den Ball vorerst „nur“ zu kontrollieren und diesen hoch in die Feldmitte zu verteidigen, wo hingegen bei einer Annahmehandlung ohne großen Zeitdruck der Präzisionsanspruch maximal ist.  Eine effektive Baggerbewegung ist keine Aneinanderreihung einzelner Teilbewegungen, sondern ein ökonomischer Bewegungsfluss, bei dem es vor allem darum geht, einen „Zeitvorteil“ am Spielort zu erarbeiten, der das ruhige, kontrollierte Spielen und eine perfekte Einstellung der Spielfläche am Spielort des Balles ermöglicht. Um den Ball bestmöglich kontrollieren zu können, haben sich beim Erlernen der Baggertechnik  Begrifflichkeiten wie, „am Ball kleben“, „seitlich nach vorne einstechen“, „mit der Spielfläche einen Zeitvorteil erarbeiten“ und „ruhiges“, „lesbares“ sowie „weiches Spielen“ als sehr hilfreich erwiesen.

Cue: „Du kennst das Ziel und spielst genau dorthin.“

IMPULS!

Beide Beine sorgen für eine möglichst optimale Positionierung (ermöglichen beispielsweise das leicht seitliche, nach „vorne stechende“ Annehmen des Balles), der Oberkörper / Rumpf sorgt für Stabilität und die Schulter steuert den Impuls. Maximale Präzision in der Annahme kann entstehen, wenn möglichst wenige Gelenke an der Impulsgebung / Steuerung des Balles beteiligt sind. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang ein bewusstes Wechselspiel aus Spannung und Entspannung: Stabilität im Rumpf, die „Rücken-Linie“ wird gehalten und die weiche Impulssteuerung findet im Schultergelenk statt. Ein weiterer Vorteil der stabilen Oberkörperposition ist zudem, dass der Kopf ruhig gehalten werden kann und damit die Augen auf einer Ebene bleiben. Somit wird die Wahrnehmung erleichtert und die Flugkurve des Balles kann besser antizipiert werden.

Cue: „Die Beine geben Raum, der Oberkörper Stabilität und die Arme steuern den Impuls“

PRÄZISION!

Die Annahme sollte möglichst präzise erfolgen. Im Volleyball liegt der optimale Punkt für die Annahme leicht rechtsseitig der Netzmitte mit einem Abstand zum Netz von einem halben bis dreiviertel Meter und einer Flugkurve, die es dem Zuspieler ermöglicht, eine ruhige und völlig offene Ausgangssituation zu erreichen. Er kann uneingeschränkt vom Netz agieren und die gegnerischen Blockspieler peripher wahrnehmen. Im Beach-Volleyball ermöglicht eine maximal präzise Annahme die Option, einen zweiten Ball zu spielen. Genauer gesagt ermöglicht das präzise Anspielen der Schlagschulter des Partners (Netzabstand 1 bis 1,5 Meter) bereits auf den zweiten Ball eine Bedrohung der gegnerischen Block-Feldabwehr, unabhängig davon, ob der Ball angegriffen oder zugespielt wird. Vor allem die Blockspieler können diesbezüglich unter größten Zeit- und Positionierungsdruck gebracht werden.

Cue: „Schaffe bestmögliche Voraussetzungen für den Angriffsaufbau!“

 

Block

Intention - worum es geht!

Der Block ist entscheidend, um den gegnerischen Angriff direkt zu neutralisieren und den Ball idealerweise auf der gegnerischen Spielfeldhälfte zu halten oder unmittelbar den Punkt zu erzielen. Darüber hinaus kann der Block dazu beitragen, den gegnerischen Angriff zu entschärfen und dadurch einen kontrollierten Spielaufbau auf der eigenen Seite zu ermöglichen. Ziel ist es, möglichst viel Raum im eigenen Feld abzudecken und gleichzeitig maximalen Druck auf den Gegner auszuüben, sodass dieser nur noch begrenzte Möglichkeiten hat, den Ball mit dem Angriff direkt im Feld unterzubringen.

Der Block kann als Einzel-, Doppel- oder Dreierblock ausgeführt werden. In den frühen Ausbildungsstufen steht zunächst der individuelle Block jedes einzelnen Spielers im Vordergrund – hier erfolgt die wichtige technische und individualtaktische Ausbildung des Blockspielers oder der Blockspielerin. Erst in späteren Entwicklungsphasen gewinnen Gruppen- und Mannschaftstaktik an Bedeutung und werden gezielt in das Training integriert.

Ein erfolgreicher Block entsteht aus dem Zusammenspiel von Wahrnehmung, Stabilität und Konsequenz. Drei Prinzipien bestimmen dabei das Handeln der weltbesten Blockspielerinnen und -spieler: Antizipation, stabiles Brett und Disziplin. Sie sind die entscheidenden Faktoren, um Timing/Positionierung, Körperkontrolle und Durchsetzungsfähigkeit am Netz auf höchstem Niveau zu etablieren.

ANTIZIPATION!

Antizipation beschreibt das Vorhersagen einer zukünftigen Handlung, bevor diese tatsächlich ausgeführt wird. Orientierungspunkte können dabei sowohl vorausgegangene Spielsituationen in Annahme/Abwehr und Zuspiel sowie die jeweiligen Ballflugkurven sein, durch die bestimmte Angriffsoptionen bereits ausgeschlossen werden. Ebenso können Bewegungsmuster des gegnerischen Angreifers oder der Angreiferin frühzeitig Hinweise auf Angriffsort, Angriffstiming und Angriffstechnik liefern. Je höher das Spielniveau, desto später lassen sich diese Bewegungsmuster häufig erkennen. Spielerinnen und Spieler auf Weltklasseniveau im Volleyball und Beach-Volleyball schaffen es, durch eine neutrale Annäherung zum Ball oder durch eine der jeweiligen Position und Situation passenden Annäherung sich mehrere Angriffsoptionen offen zu halten. Der entscheidende Trainingshinweis lautet daher:

Cue: „Read the spiker! (Wo, Wann, Wie)“

STABILES BRETT!

Dominante Blockspielerinnen und -spieler zeichnen sich dadurch aus, dass ihr Blockbrett frühzeitig in Position ist – das bedeutet, dass die Bewegung vor dem Angriffskontakt abgeschlossen ist. Nur so kann über den gesamten Rumpf hinweg eine stabile und maximal gestreckte Blockposition gehalten werden. Ein stabiles Blockbrett reduziert die Angriffsoptionen des Gegners deutlich, nimmt bestimmte Richtungen vollständig weg und zwingt den Angreifer oder die Angreiferin zu suboptimalen Angriffslösungen. Hierdurch entsteht Stress, der zu Zeitverlust führt und einen Abschluss aus optimaler Position häufig verhindert.

Cue: „Bring dein Blockbrett früh in Position.“

DISZIPLIN!

Aufbauend auf dieser stabilen Blockposition ist Disziplin entscheidend, um konstant Druck auf den gegnerischen Angriff auszuüben. Das Blockbrett sollte ruhig und stabil gehalten und über einen möglichst langen Zeitraum auf der gegnerischen Seite belassen werden – so lange, bis es eingeleitet durch die Landung wieder unter die Netzkante zurückgeführt wird. Wichtig ist dabei, möglichst weit über das Netz zu greifen und auch beim Rückführen der Arme die Streckung zur gegnerischen Seite so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

Cue: „Halte dein Blockbrett ruhig und lange.“

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