Der DVV setzt sich zum Ziel, seine Nachwuchstalente systematisch und nachhaltig zu entwickeln. Dabei beruft sich der DVV auf die Inhalte verschiedener Modelle zum Langfristigen Leistungsentwicklung und hat basierend auf den Stärken der jeweiligen Modelle ein eigenes, angepasstes Modell zur Langfristigen Entwicklung seiner Nachwuchstalente entwickelt.
Das deutsche Modell des langfristigen Leistungsaufbaus ist umfassend und ganzheitlich strukturiert. Es vereint sportpädagogische, trainingswissenschaftliche und entwicklungspsychologische Erkenntnisse in einem siebenstufigen Modell, das auf die sportliche Spitzenleistung hinführt.
Die sieben Phasen des deutschen LLA-Modells:
Begabung (ca. 4–6 Jahre)
Erste sportliche Erfahrungen in freien Spielformen, Beobachtung von Bewegungspotenzial
Allgemeine Grundausbildung (ca. 6–10 Jahre)
Vielseitige motorische Förderung, Betonung auf Spiel, Rhythmus, Reaktion und Koordination
Grundlagentraining (ca. 7–10 Jahre)
Erwerb sportartspezifischer Grundfertigkeiten, Einführung in Technik und Regelverständnis
Aufbautraining (ca. 11–14 Jahre)
Systematische Ausbildung technischer und taktischer Fähigkeiten, zunehmende Trainingsstruktur
Anschlusstraining (ca. 15–18 Jahre)
Leistungsorientierung, erste internationale Erfahrungen, Steigerung der Trainingsintensitäten und -umfänge
Hochleistungstraining (ab ca. 18 Jahre)
Spezialisierung auf individuelle Stärken, gezielte Steuerung zur Leistungsspitze
Spitzenleistung (ab ca. 23 Jahre)
Optimierung der individuellen Höchstleistung auf weltklasse Niveau
Das kanadische LTAD-Modell steht als fundiertes Konzept zur Förderung sportlicher und motorischer Entwicklung über die gesamte Lebensspanne. Es verbindet die Entwicklung von „Physical Literacy“ mit dem Ziel der Höchstleistung in spezifischen Leistungsphasen.
Relevante Phasen für den Leistungssport
Learn to Train (8–12 Jahre)
Systematische Einführung in sportartspezifische Technik und Taktik. Vielseitigkeit wird noch erhalten, technische Ausführung steht im Vordergrund.
Train to Train (12–16 Jahre)
Aufbau aerober Grundlagen und Kraft, Technikautomatisierung. AthletInnen beginnen, ihre primäre Sportart zu fokussieren.
Train to Compete (16–23 Jahre)
Leistungssportliches Training mit Fokus auf wettkampfspezifischen Fähigkeiten. Periodisierung, mentale Stärke und erweiterte Wettkampferfahrung sind priorisiert.
Train to Win (ab ca. 19/23 Jahren)
Maximierung individueller Leistungspotenziale auf internationalem Spitzenniveau. Höchste Optimierung von Technik, Taktik, Strategie und Erholung.
Active for Life
Wiedereingliederung oder Transition in gesundheitsorientierten Sport nach der Leistungssportkarriere.
Der kanadische Ansatz betont stark die individuelle Entwicklungsgeschwindigkeit, altersgerechte Trainingsmethodik und die Integration des sozialen Umfelds.
Das FTEM-Modell, ursprünglich vom Australian Institute of Sport (AIS) entwickelt und inzwischen auch von Swiss Olympic adaptiert, stellt ein integratives Rahmenmodell dar, das den gesamten Athletenweg von der Basismotorik bis zur Weltklasseleistung umfasst. Es ist universell anwendbar und sportartspezifisch adaptierbar.
Struktur und Inhalte der FTEM-Stufen:
Foundations (F1–F3):
Entwicklung grundlegender motorischer Kompetenzen, spielerische Bewegungserfahrung, Aufbau körperlicher Grundvoraussetzungen und Bewegungsfreude.
Talent (T1–T4):
Identifikation und gezielte Förderung sportlicher Talente. Einführung in systematisches Training, Wettkampferfahrung und erweiterte Leistungsdiagnostik.
Elite (E1–E2):
Erreichen der nationalen und internationalen Spitze. Trainingsplanung ist hochindividuell, wissenschaftlich begleitet und stark periodisiert.
Mastery (M):
Etablierung und Erhalt von Weltklasseleistungen über einen längeren Zeitraum.