Volleyballtechniken sind niemals Selbstzweck - sie helfen lediglich, das Spiel erfolgreich zu spielen!

Techniken im Volleyball erfüllen keinen Selbstzweck, sondern helfen ausschließlich, den Ball regelgerecht und maximal präzise so zu spielen, dass erfolgreich gespielt werden kann.
"Form folgt Funktion" lautet der Leitsatz für alle Volleyballtechniken.
 

  • Basics first

Kinder und Jugendliche dürfen und sollen von Beginn an probieren, mit verschiedenen und variablen Lösungen den Ball volley genau dorthin weiterzuspielen, wohin sie es geplant haben.
Bevor sie sich jedoch genormte und spezifische Varianten aller Elemente bewusst erarbeiten, sollten die Hauptelemente erst einmal optimal und stabil in ihrer Grundform ausgebildet sein.

Das bedeutet, dass die jeweils drei bis vier jeweils formulierten Cues verinnerlicht sind und stabil das Gerüst der Bewegung bilden. Aus dieser Grundform heraus werden dann die Varianten erarbeitet und ausgeformt.

  • Optimale Impulse

Das Ziel jeden Ballkontaktes im Volleyball besteht darin, den Ball genau dorthin volley umzuleiten, wo der Spieler ihn haben möchte. Das betrifft den Flugwinkel ebenso wie den Impuls, also die Geschwindigkeit.

Um beide Faktoren so präzise wie möglich umzusetzen, kann in einem einfachen Modell immer auf die Mobilität und auch Stabilität aller Körpersegmente geschaut werden.

Ein Leitsatz guter Architektur gilt auch für effektive Bewegungen: Form folgt Funktion! Eine Technik in unserer Sportart ist niemals Selbstzweck, sondern dient ausschließlich dazu, Körper und Ball entsprechend zu bewegen. Alle Teilaspekte, die diesen Zielen nicht entsprechen, sollten vermieden werden!

Daraus ergeben sich einige konkrete Forderungen an alle Techniken:

  • Funktionelle Bewegungen

Je besser unsere Techniken den funktionellen Möglichkeiten der Spieler entsprechen, desto besser „funktionieren“ sie. Das bedeutet für uns, dass wir alle Grundtechniken dahingehend beurteilen, ob sie funktionell scheinbar ideal für Volleyballer sind. Im Einzelfall manifestieren sich hier dann aber auch anatomische Unterschiede, die zu entsprechend adaptierten Techniken führen.

Ein Beispiel: Schultergürtel und Becken sind durch die Wirbelsäule miteinander verbunden. Wer sein Spielbrett im Raum verändern will, sollte sinnvollerweise auch den Schultergürtel daran anpassen. Und damit auch in bestimmtem Maße das Becken.

  • Einfach, ökonomisch und bewegungsoptimiert!

Je einfacher Bewegungen sind, desto besser (im Sinne der Zielsetzung) wirken sie. Die Reduktion auf „das Wesentliche“ lässt die Wirkung am besten entfalten. Jegliche nicht wirksamen Zusatzbewegungen sollten vermieden werden!

Bewegungsökonomie hilft nicht nur, Energie im Körper zu sparen, sondern auch, die Qualität der wirksamen Teilaspekte zu verbessern.

Ein Beispiel: bei jedem Form des Baggerns ist es sinnvoll, sein Spielbrett auf möglichst direktem Weg an die richtige Position im Raum zu bringen. Startposition ist immer eine entspannte und bereite Ausgangsposition. Die Endposition richtet das Spielbrett so aus, dass der Ball optimal zum Ziel abprallt. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten bewegt sich das Spielbrett auf kürzest möglichem Weg. Jede zusätzliche Bewegung wäre hinderlich.

  • Natürliche, runde und fliesende Bewegungen

Wenn uns bei Bewegungen nichts „Störendes“ auffällt, sondern sie uns vielmehr als natürlich erscheinen, ist dies sehr häufig ein gutes Signal, dass wir einer optimalen Technik schon sehr nahe sind. Diese Bewegungen haben oft einen runden, fließenden Charakter und sind kaum durch „Ecken“ und Ausschweifungen gekennzeichnet.

Eine flüssige „Vollendung“ einer Bewegung – im Gegensatz etwa zu einem abrupten Abstoppen – kennzeichnet ebenso diesen Grundsatz einer natürlichen Bewegung.

Ein Beispiel: eine gute Schlagbewegung folgt dem Bild, „durch den Ball hindurch zu schlagen“ und danach durch zu schwingen. Dies kennzeichnet eine Bewegung, die eine maximale Schlaggeschwindigkeit erlaubt.

  • Variabel bis zum Ballkontakt!

So lange, wir möglich, sollten Spieler flexibel sein, die finale Bewegungsausführung noch zu verändern. Idealerweise fällt diese Entscheidung erst extrem kurz vor dem eigentlichen Ballkontakt. Dadurch entstehen zwei wesentliche Vorteile: der Spieler kann bis zu letzten Moment noch auf veränderte Situationen (veränderter gegnerischer Block, touchierte Bälle, Flatterwirkungen des Balles oder auch Handlungen des Gegners… ) reagieren.

Außerdem können gegnerische Spieler die eigene Handlung erst sehr spät „lesen“, wodurch sie nur minimal Zeit haben, sich darauf vorzubereiten. Beides ist enorm wichtig für ein erfolgreiches Spiel!

Ein Beispiel: eine gut ausgebildete Schlagtechnik erlaubt dem Angreifer bis sehr kurz vor dem Ballkontakt, noch die Richtung des Angriffs komplett zu variieren oder aber auch eine alternative Lösung (Lob, Power-Tipp, Recycle-Angriff, …) zu nutzen. Je später – und damit zeitlich näher am Ballkontakt – diese Entscheidung und Ausdifferenzierung erfolgt, desto erfolgreicher im Normalfall die Umsetzung.

Stabile & mobile Segmente

Der Aufbau des menschlichen Körpers kann in Segmenten beschrieben werden, die vornehmlich stabilisierende oder auch mobile Wirkung auf Bewegungen haben.

 

Downloads zu diesem Thema